Der Zeitkrieg. (Broschiert)
von Andreas Brandhorst


 
Wenig Licht, viel Schatten...
• • • • •   (bewertet mit 2 von 5 Punkten)

Um es zuzugeben - ich habe die beiden anderen Bände nicht gelesen. Der Zeitkrieg ist "mein erster Brandhorst". Schade. Denn eigentlich ist alles da, was man sonst nur den angelsächsischen Schreibern zutraut: ein All, bevölkert von diversen Rassen, eine verstreute Menschheit, umgeben von mysteriösen kosmischen Vorgängen, unglaubliche High-Tech...
Doch das alles kommt nie richtig zur Geltung, denn leider versäumt es der Autos seinem Personal Leben einzuhauchen. Diamant bleibt eine klischeehafte Figur, deren Beschreibung kaum flacher ausfallen könnte, besonders ärgerlich aber ist Valdorians Wandlung vom Saulus zum Paulus, wenn man so will, denn von Motivation oder glaubhafter Beschreibung der inneren Vorgänge dazu - keine Spur. Dabei möchte ich nicht die einfache Sprache bemängeln, derer sich Brandhorst bedient, denn dies ist ein Stilmittel welches dem Lesefluss dient, nur muss einfache Sprache eben nicht bedeuten, auch sämtliches Personal eines Romanes zu verflachen.
Sicher, der technische Teil ist in doppelter Hinsicht gelungen. Zum einen weil Brandhorst den Sprung über viele Zeitebenen hinweg gut organisiert hat und man ihm dabei immer folgen kann (wobei die Zeitlinien und Tabellen eher überflüssig sind - insbesondere die "Historie" der Menschheit hätte man besser weglassen sollen, schließlich füllt die eigene Phantasie solche Lücken glaubwürdiger und jede noch so penible Auflistung einer zukünftigen Historie muss aufgesetzt und platt wirken). Zum anderen läßt Brandhorst die Finger von technischen Detailschilderungen, die entweder unglaubwürdig wären (weil die meisten Leser ja sowieso nie Physik für Fortgeschrittene studiert haben, sowie es viele Sci-Fi Autoren auch nie getan haben), oder aber weil es für technisch weniger interessierte Leser schnell ermüdend geworden wären.
Zusammenfassend kann man sagen, dass das erkennbare Potential der Geschichte nicht verwirklicht wurde, insbesondere die Charaktere enttäuschen und schaffen kein Verlangen nach Identifikation. So bleibt "Der Zeitkrieg" zwar als Antwort auf die angelsächsische Übermacht in Sachen Sci-Fi bestehen, muss sich jedoch mit einem Platz am unteren Ende der Skala begnügen. Noch. Denn Möglichkeiten für weitere Geschichten aus diesem Universum bleiben offen und man kann hoffen, dass dann auch die Mängel behoben werden.
Eine Rezension von Rezensentin/Rezensent
vom 22. November 2005
Kundenrezensionen:
7. Großer Abschluss einer umfangreichen Triologie.
6. Ein würdiger Abschluß
5. Wenig Licht, viel Schatten... (die aktuell angezeigte Rezension)
4. Zeit hin, Zeit her
3. SciFi der Meisterklasse
2. Ein gelungener Abschluß
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Diamant. von Andreas Brandhorst
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