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Ein Verteidigung des Christentums auf hohem Niveau
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- Zizek schreibt an gegen eine postmoderne Kultur, die sich gegen "great ideological causes" (engl. Text, S. 38) wendet. Es ist letztlich eine Kritik an einer Buddhismus- und Zen-"Mode" der postmodernen Industriegesellschaften. Zizek spricht hier von "Western Buddhism", um zu zeigen, dass ihm eine gewisse Künstlichkeit anhaftet. Zizek bewahrt sich davor, Buddhismus als solchen anzugreifen. Er greift diesen nur dort an, wo er wie eine Import-Ware im Namen einer Christentum-Kritik adaptiert wird, sozusagen als Gegenkonzept gegen eine eurozentrisch wahrheitsbesessene christliche Kultur. Zizek macht darauf aufmerksam, dass genau diese Rezeption nicht das gewünschte Ergebnis einer Rückführung zur eigentlichen - in einer Harmonie mit der Außenwelt stehenden - Innerlichkeit führt (Yin und Yan), sondern Innerlichkeit, Personalität, Subjektivität letztlich dabei ganz verloren gehen. Zizek argumentiert, wie fernöstliche Weisheit - dort wo sie von der westlichen Kultur sozusagen aus Überdruss am Christentum, am katholischen Dogma, aufgenommen wird - die subkutane Ideologie einer globalisierten Welt verkörpert. (Indifferenz der Welt gegenüber, um mich zu schützen = Indifferenz gegenüber Kulturen, wenn ich nur meine Waren dort loswerden kann). Insofern wird für Zizek das Christentum zur letztlich eigentlich subversiven Macht. Es denke eben nicht so wie bestimmte Kritiker des Christentums meinen - Gott als brutale Einheit, der gegenüber das Partikulare unbedeutend ist. Sondern das Christentum denke gerade mit dem Konzept der Trinität eine Einheit in innerer Zerbrochenheit, und nicht als eine alle Differenzen auslöschende Substanz. Das Christentum denke den Abgrund in Gott (Schelling: die dunkle Seite Gottes), die Infragestellung Gottes, und den Tod Gottes (Golgota) als Teil Gottes mit, löse aber gerade in diesem inneren Bruch den Gottes-, Substanz- oder Wahrheitsbegriff nicht auf. Daher kann auch Zizek sagen, dass es gerade ein christozentrisches Weltbild ist, das das Subjekt in einer postmodernen Gesellschaft beschützt. Ein Subjekt, das sich letztlich durch fernöstliche Harmonie-Weisheit in absolute, Aggressions- und Gewalt-freie Indifferenz hineintreibt, ist - so Zizek - eben nicht mehr Subjekt, sondern nur noch ein Partikel in einem größeren Mechanismus der Globalisierung, die hingenommen aber aus der Indifferenz heraus nicht mehr kritisiert werden kann. Die Reise zum inneren Ich und zur Auflösung dieses inneren ichs (ich fühle mich gut beim Meditieren) führt für Zizek nicht zum Schutz des Individuums, sondern garade zu dessen Auslieferung an einer von Markt-Mechanismen dominierten Welt.
Eine Rezension von German Reader Germany
vom 8. April 2006
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