Knock Knock
von Smog


 
Rezensionen:
Vergleiche in der Pop-Musik hinken häufig, dies manchmal sogar auf zwei Beinen. Bill Callahan alias Smog in einem Satz mit Nick Drake oder Ian Curtis (Joy Division) zu nennen, liegt aber nahe. Curtis und Drake begingen Selbstmord, nachdem sie nie einen richtigen Zugang zum Leben fanden. Schmerz, Melancholie und Zweifel ziehen sich wie ein schwarzer Faden durch alle Songs, das Leben scheint durch ein Kaleidoskop in Grau betrachtet zu werden. Auch die Smog-Songs klingen bedrückend und sehr intim. Callahan isolierte sich schon als Kind von seiner Umwelt und reduzierte sein soziales Umfeld auf die eigenen vier Wände sowie ein 4-Spur-Gerät. Der Kontakt zur Außenwelt ist seine Musik, die sich seit dem sehr rauen DebütSewn To The Skyaus dem Jahr 1990 in kleinen Schritten verfeinert hat. Die Kompositionstechnik ist dabei ähnlich geblieben: Sparsame Gitarrenriffs, Pianotupfer und elektronische Geräusche untermalen Callahans quälerischen Gesang, wobei die Songs mal als krachiger Low-Fi-Rock, mal als fragile Balladen enden. AuchKnock Knocksetzt die Smog-Songwriter-Tradition fort, aber es haben sich neue Elemente eingeschlichen. Es gibt Streicher zu hören und der Chicago Childrens Choir verwandelt "No Dancing" fast in ein fröhliches Stück. Einige rare Lichtstrahlen sind in die Smog-Welt eingedrungen und wir müssen uns jetzt etwas weniger Sorgen um diesen Ausnahme-Musiker machen.--Sven Niechziol

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