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Loblied auf eine der wohl großartigsten TV-Produktionen
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Die Rede ist von Six Feet Under. Habe heute die fünfte, noch nicht im deutschen Free-TV gesendete, Staffel beendet - die Letzte. Und in all ihrer Genialität live erlebt, wie Fernsehgeschhichte geschrieben wird. >Es handelt von einer Bestatterfamilie, deren Oberhaupt in der ersten Folge stirbt. Langsam müssen sich beide Söhne damit abfinden, dass sie nun in einem Gewerbe arbeiten müssen, das zu keiner Zeit ihrer Wunschvorstellung einer beruflichen Zukunft entsprach und entspricht. Die Tochter des Toten, Claire, glänzt durch Identitätskrisen und geniale, künstlerische Phasen. Die Witwe hadert nicht nur mit dem Tod ihres Mannes, sondern auch mit dem Wunsch, einen perfekten Lebensherbst verbringen zu können. Dazu versucht se alles, um locker und wieder verheiratet zu werden, kann sich aber nie aus den Fesseln ihrer eigenen Persönlichkeit befreien. Eine stets übermäßig analytische Psychologenfamilie (die sich zu großen Teilen als völlig verrückt entpuppt), Attacken von Konkurrenzunternehmen und der ewige, aber für alle Beteiligten fast unschaffbare Versuch, mit sich selbst ins Reine zu kommen, machen die Serie auf hohem Niveau interessant und abwechslungsreich. >Ganz besonders ist, dass im Gegensatz zur heutigen Medienwelt nichts hektisch oder hysterisch dargestellt wird. Die Geschichte entwickelt sich vor allem anfangs eher schleppend, schnell wird die Mühe aber mit Charakteren belohnt, die man so scharf und detailliert entworfen in kaum einem anderen Fernsehformat zu finden vermag. Fast alle Figuren sind zynisch, auf ihre Weise Unikate. Nicht nur bei dem jede Folge einleitenden Todesfall beweisen die Autoren um Serienschöpfer Alan Ball schwarzen Humor und immer Fingerspitzengefühl. >Durch die Zeit, die sich die Schreiber lassen, um Geschichten zum Leben zuerwecken, entstehen intensive Momente, die sich Serien wie Desperate Housewifes oder Lost oder fast jede andere niemals erlauben könnten. Speziell in der letzten Staffel wird mit dem Tod eines Hauptcharakters und dessen extrem emotionaler Beerdigung schweres Geschütz aufgefahren - ohne jemals in KItsch oder Trash abzugleiten. >Grade daran mag es vielleicht auch liegen, dass die Serie trotz Überhäufung mit Kritikerpreisen nie so richtig durchstarten konnte. Nicht nur, dass regelmäßiges Sehen (deswegen DVD-Empfehlung!) zwingend notwendig ist, viel mehr gehen CHaraktere und Plot stets tiefer, als man es aus den üblichen Primetime-Serien gewohnt ist. Nicht selten präsentiert sich die Serie auch politisch, wenn es um Krieg, Bush, Drogen, Homosexualität und andere, schwierige Themen geht. >Ich kann die Serie nur jedem, der eine Leidenschaft für herausragende und anspruchsvollere UNterhaltung hat, unbedingt ans Herz legen. Alle fünf STaffeln sind auf DVD erhältlich und machen defintiv süchtig. Einziger Knackpunkt: Das Finale ist zwar musikalisch unglaublich genial untermalt ("Breathe Me" von Sia), jedoch so endgültig, das man, nach dem man die Serie erstmal in Herz geschlossen hat, umso enttäuschter ist, das dieser Meilenstein ein Ende finden musste.
Eine Rezension von The Flipper bei Hannover
vom 21. Oktober 2006
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