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Einfach zum Nachdenken
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Joachim Fest beschreibt seine Kindheit und Jugend im dritten Reich. Es gelingt ihm dabei eine sonnige und positive Sicht auf seine Kindheit zu werfen, noch bevor es so richtig losgeht mit der Nazi Zeit. Dann aber der Einschnitt in die heile Welt der Familie. Der Vater wird als Non-Konformist vom Dienst (Schuldirektor) suspendiert und hält standhaft gegen das Hitler Regime. Die Familie, die Kinder stehen loyal zum Vater und bewahren gegen allen Druck als halbe Kinder ihre eigene Linie gegen das Regime, auch in höchster Gefahr. Das Buch ist eine Biografie von Joachim Fest aber auch, und teilweise viel mehr, eine durchaus nicht unkritische Ode an den Vater, den Helden. Hier wirft sich aber dem Leser die Frage auf: Wie weit kann ein Vater gehen, wieviel darf er seiner Familie abverlangen und zumuten? Wo schneiden sich die Linien von Standhaftigkeit wider die Diktatur und väterlicher Verantwortung. Darf man nie nachgeben oder muß man manchmal sogar vordergründig nachgeben aus Verantwortung gegenüber den Seinen? Ist das Verweigern des Hitlergrußes in Briefen vertretbar, wenn man damit die Familie in materielle Not stürzt? Oder ist es vetretbar in anzubringen, wenn man aber gleichzeitig Juden bei der Flucht unterstützt? Nicht leicht zu beantworten, ein Thema für Diskussionen, aber vielleicht ein Paradebeispiel für die Konflikte, die sich damals in Familien und der Bevölkerung abgespielt haben mögen. > >Fest schreibt zurückhaltend und klar, mit Understatement und trotzdem viel Emotion. Ein Buch das sehr zu empfehlen ist.
Eine Rezension von M. G. Herold "Che100" Wien
vom 7. November 2006
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